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Aromatisch steuerpflichtig: Mit Innovabee die Kaffeesteuer in der SAP-Welt managen
Julia Haselwander
Consultant
Zu den in Deutschland erhobenen Verbrauchsteuern zählen unter anderem die Alkohol-, Bier‑, Kaffee-, Schaumwein- und Tabaksteuer. Ergänzt werden sie durch die Zwischenerzeugnissteuer, die Energie- und Stromsteuer als auch verschiedene örtlich erhobene Verbrauchsteuern. Der Aufwand dahinter ist immens und bisher mangelte es Herstellern und Händlern im SAP-Umfeld an effizienten IT-Lösungen, um diese durchgängig und transparent zu erfassen sowie in ihren Cloud-ERP-Systemen abzubilden. Grund genug für Innovabee, im Rahmen eines SAP-Projekts bei Dallmayr eine eigene Lösung für die Kaffeesteuer zu entwickeln – und das sehr erfolgreich.
Verbrauchsteuern sind Abgaben, die den Verbrauch oder Gebrauch bestimmter Waren belasten, die in unser aller Leben eine wesentliche Rolle spielen, seien es beispielsweise Kaffee oder Strom. Das Besondere an diesen Steuern ist, dass sie direkt beim Hersteller oder Händler erhoben werden. Fällig werden sie, wenn Ware aus dem Steuerlager entfernt wird, also zum Entnahmezeitpunkt – das kann aus einem Werk, einer Fertigung oder einem Lager sein – oder wenn sie zum Verbrauch bzw. zur Herstellung dem Steuerlager entnommen werden. Bei der Einfuhr von verbrauchsteuerpflichtigen Waren gelten die Zollvorschriften und das Bestimmungslandprinzip, das bedeutet, die Waren werden im Verbrauchsland besteuert. Mit einem Anteil von sechs Prozent am gesamten Steueraufkommen (Berichtsjahr 2024) stellen Verbrauchsteuern einen wichtigen Beitrag zum Steuerhaushalt Deutschlands dar.
Keine klassischen „Kaffeesteuerbücher“ mehr: Dallmayr setzt mit Innovabee-Lösung auf Digitalisierung und die Zukunft
Um hier künftig langfristig eine zukunftssichere Lösung im Einsatz zu haben, entschied sich der Münchner Kaffeespezialist Dallmayr für die Verbrauchsteuerlösung von Innovabee. Bis dato wurde im Unternehmen jeder kaffeesteuerrelevante Vorgang in jedem Steuerlager manuell in eine Excel-Tabelle eingetragen. Dafür verantwortlich waren und sind die Mitarbeitenden aus der Kaffeesteuerabteilung, die ein Mix aus Controlling und Kaffeesteuer darstellt. Sie führten alle Angaben monatlich an das zuständige Hauptzollamt ab: ebenfalls in Papierform. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang auch: Die Entscheidung für die Innovabee-Lösung fiel sogar noch vor die Ankündigung SAPs, ihre Lösung für die Verbrauchsteuer, die nur Basisanforderungen abdeckte und auch aus diesem Grund nicht mehr zukunftsfähig war, nur noch bis Ende 2027 zu warten.
Endziel: Kaffeesteuer goes digital
Gemeinsam mit den Mittelstands- und Lebensmittelbranchenexperten von Innovabee wurde entschieden, Excel & Co. hinter sich zu lassen, das Thema Kaffeesteuer durchgängig digital abzubilden und dafür die Kaffeesteuerbücher anwenderfreundlich und zeitgemäß via SAP Fiori Apps für Endnutzer abzubilden.
Dafür galt es,
1. zunächst alle Warenbewegungen im System zu identifizieren: Die von Innovabee entwickelte Lösung identifiziert dafür im ersten Schritt die kaffeesteuerrelevanten Warenbewegungen,
2. liest Materialstamm- und Geschäftspartnerstammdaten sowie die Warenbewegungen aus
3. und klassifiziert bzw. bewertet sie im nächsten Schritt mit Hilfe der SAP Business Technology Platform (BTP), die Basis der SAP Business Suite.
Hierbei wird jede Warenbewegung klassifiziert, sprich, ob es sich um einen versteuerten, unversteuerten oder steuerausgesetzten Zugang oder Abgang handelt. Zum Beispiel sind Lieferungen bzw. Warenbewegungen von Dallmayr-Steuerlager zu Dallmayr-Steuerlager steuerausgesetzt. Steuern fallen erst an, wenn die fertigen Produkte aus einem Steuerlager XY in den freien (Waren-) Verkehr gelangen. Die Innovabee-Lösung nutzt dafür ein individuelles Regelwerk, in welchem alle dafür relevanten Prozesse Dallmayrs notiert wurden – nur so ist gewährleistet, dass alle Abläufe von A bis Z abgedeckt sind und es für jeden steuerrelevanten Vorgang den dazu passenden Verbrauchsteuerbeleg gibt.
Fiori-Apps für eine optimierte User Experience (UX) und intelligente Ergebnisse
On top wurden weitere Apps erstellt, mit deren Hilfe Nutzer die Verbrauchsteuerbelege gruppieren und filtern oder Formulare ausgeben bzw. drucken können – allesamt wesentliche Enabler auf dem Weg zu einem durchgängig digitalisierten Workflow, der viel Zeit und Kosten spart und die Fehlerquote immens reduziert. Berichte werden heute auf Basis der Verbrauchsteuerbelege mit Hilfe der SAP Analytics Cloud (SAC) gebaut und können zusätzlich speziell gruppiert oder über einen bestimmten Zeitraum X erstellt werden: Das schafft zusätzliche Transparenz und ermöglicht jederzeit einen exakten Blick auf den Status quo.
Key User spielen essenzielle Rolle im Projekt
Was die praktische Umsetzung betrifft, gab es von Projektstart an eine enge Zusammenarbeit zwischen Innovabee und Key Usern auf Kundenseite – und diese lief so gut, dass die anfänglich zwei Key User auf eine Person reduziert werden konnte, die bis heute begeistert von der neuen Lösung ist. Dasselbe Kompliment geht allerdings auch seitens Innovabee an Dallmayr, da der Key User hier sehr viel getestet und immer up-to-date war – essenziell für den erfolgreichen Go-live, der im Mai 2025 stattfand.
„Mit der Innovabee-Lösung zur Ermittlung der Kaffeesteuer sparen wir im Vergleich zu früher zirka 30 Prozent Arbeitszeit und profitieren von einer durchgängig transparenten, übersichtlichen und digitalen Anwendung, die uns viel Aufwand spart und immens Geschwindigkeit in die Automatisierung bringt. Die Verbrauchsteuerbelege werden automatisch klassifiziert und in der SAP Analytics Cloud im Verbrauchsteuerbuch eingetragen – sprich, wir öffnen morgens die Anwendung und alle Daten und Einträge sind bereits vorhanden.“
Tobias Bernhardt
Kaffeesteuerexperte bei Dallmayr
Branchenübergreifend einsetzbar: die Verbrauchsteuerlösung von SAP-Mittelstandsexperte Innovabee
Natürlich eignet sich die Lösung auch für andere Hersteller und Branchen, etwa in der diskreten Fertigung oder Chemischen Industrie. Dort gelten zwar anders dotierte Verbrauchsteuern, schließlich gestalten sich die Alkoholsteuer für beispielsweise die verwendeten Ethanol-Produkte in der Chemiebranche und die anfallende Energiesteuer anders als die Kaffeesteuer, aber grundsätzlich gilt: Die Innovabee-Lösung bietet ein ideales Framework, um auch bezüglich anderer Verbrauchsteuern die benötigten Kriterien festzulegen und IT-seitig digital durchgängig abzubilden, ob ein Vorgang steuerrelevant ist oder nicht – unabhängig davon, ob SAP Cloud ERP oder SAP Cloud ERP Private im Einsatz ist. Die Belege werden wie bei Dallmayr individuell ausgegeben, natürlich immer abhängig von den Anforderungen des Unternehmens und des zuständigen Hauptzollamts. Natürlich braucht es noch das geschulte Mitarbeiterauge, etwa um Stammdaten noch einmal nachzukontrollieren oder den fehlenden Verbrauchsteuerbeleg bei einem Lkw nachzureichen – aber alles in allem lassen sich Verbrauchsteuern damit endlich vollständig automatisiert und digitalisiert abbilden.
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